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Gut‘ Ding will Weile haben. Nach drei PCs und zwei Laptops bin ich jetzt auf völlig anderen Pfaden unterwegs: ein MacBook Pro 13″ (mit Intel Dual-Core i5, 2,3 GHz, 4 GB RAM) ist ab jetzt mein ständiger Begleiter.

In diesem Artikel möchte ich darüber berichten, wie man sich in der ersten Woche als Mac-Neuling so fühlt.

Mein Verhältnis zur Firma Apple nicht ganz unproblematisch. Früher habe ich immer geschimpft. Als ich zu meinem Abitur einen iPod geschenkt bekam, war ich nicht sonderlich begeistert. Mein mp3-Player hatte es doch auch immer getan. Inzwischen kann ich mir ein Leben ohne den iPod nicht mehr vorstellen.
Im März bekam ich ein iPhone. Eigentlich wollte ich ja gar keins, weil mein gutes, altes Nokia-Handy mir völlig gereicht hat. Aber da es schon mal da war, habe ich mich halt geopfert. Ich denke auch immer noch, dass ein iPhone etwas ist, was man überhaupt nicht braucht – aber es ist trotzdem toll!
Mein MacBook Pro ist das erste Gerät von Apple, das ich wirklich haben wollte. Mal sehen, ob die Euphorie bleibt.

Schon der Karton sieht irgendwie besonders aus. Nach den langweiligen Kartons, in denen Windows-Rechner so verpackt sind, ist man Design ja überhaupt nicht gewohnt. Man beachte nur diese Plaketten auf den Windows-Rechnern: „Designed for Windows 7“. Alles klar. Dagegen wirkt alles, was von Apple durchgestylt wurde, so als hätte sich ausnahmsweise mal jemand Mühe gegeben.

Ich hatte noch nie einen Computer, der so schnell funktionstüchtig war, wie das MacBook pro. Und das einschließlich funktionierendem Internet. Also kann man wirklich nach 10 Minuten loslegen. Da ich im Vorhinein schon fleißig gegoogelt hatte, konnte ich das auch wirklich tun. Das gestaltete sich aber schwieriger als ich gedacht hatte. Denn nur allein das Zusammensuchen von Programmen, die der Mensch unbedingt braucht, erklärt noch nicht, wie man sie installiert oder ins Dock bekommt.
Mein erster Versuch war Firefox. Zunächst konnte ich als Windows-Nutzer mit dem Dateiformat *.dmg nicht viel anfangen. Aber ich habe bemerkt: die Datei wird entpackt und wenn man Glück hat, erscheint ein Image, sodass man das Programm nur noch in den Applications-Ordner ziehen muss. Und das alles innerhalb dieses Bildes. Dass es so einfach sein kann, kommt dem Windows-Nutzer zunächst gar nicht in den Sinn. Die Installation ist also wesentlich einfacher, als bei Windows. Auch wenn es so komfortabel wie bei Firefox längst nicht bei allen Programmen funktioniert. Aber immerhin hat der Mac-Neuling gelernt: Das Programm muss in den Applications-Ordner.

Für mich als ICQ-Nutzer muss natürlich auch ein Ersatz her. Es gibt zwar gerade eine neue Version von ICQ für Mac, die mir aber nicht sonderlich zugesagt hatte. Da sie mit Adobe Air läuft, konnte ich sie auf Windows vortesten. Besonders überzeugend war sie allerdings nicht. Es funktioniert zwar alles, aber irgendwie hat man im Gegensatz zur Windows-Version nur das halbe Programm.
Deshalb habe ich mich für Adium entschieden. Und was soll ich sagen? Ich habe den kleinen grünen Vogel schon richtig lieb gewonnen. Mein ICQ funktioniert super, ich kann im Gegesatz zur Mac-Version von ICQ sogar Dateien versenden und auch noch Facebook integrieren. Das Leben kann so einfach sein.

Kommen wir mal zurück zu den Dingen, die das MacBook pro direkt betreffen. Ein nicht unwesentlicher Bestandteil ist wohl das Trackpad – und das nicht nur wegen seiner Größe. An die Ausmaße habe ich mich immer noch nicht gewöhnt, habe ich doch von meinem Netbook noch im Gefühl, das Mousepad wäre gleich zuende.
Man kann viel über die Gesten, die mit dem Trackpad möglich sind, lesen. So rein trocken nur vom bloßen Lesen konnte ich mir darunter nicht viel vorstellen. Aber es ist wirklich faszinierend. Obwohl keine Maustasten vorhanden sind, lässt sich der Computer perfekt steuern. Vielmehr ist das Trackpad eine einzige riesige Maustaste. Wen das Klicken stört, der kann auf Tippen umsteigen. Der Sekundärklick lässt sich auch auf verschiedene Arten simulieren, da es keine rechte Maustaste gibt. Das stört aber nicht weiter.
Spannend wird es bei der Benutzung mehrerer Finger. Mit zwei Fingern lässt sich scrollen. Eine hervorragende Funktion, die ich schon nach einem Tag auf meinem Windows-Netbook vermisst habe. Außerdem lassen sich mit zwei Fingern Bilder drehen und vergrößern oder verkleinern, wie man es vom iPhone oder anderen Touch-Geräten kennt.
Mit drei Fingern kann man im Browser eine Seite zurück navigieren und durch Fotos, die man sich anschaut.
Es gibt auch Möglichkeiten mit vier Fingern zu navigieren, aber diese Funktion habe ich noch nie benutzt. Das muss man sich ja auch erst mal alles merken!

Ich muss einfach mal festhalten, dass das MacBook pro an sich unheimlich „durchgestylt“ aussieht. Das Alu-Gehäuse sieht nicht nur gut aus, sondern kühlt auch Computer und die Beine, auf denen es steht, wenn man das Macbook pro auf dem Schoß hat.
Wovon ich auch schon sehr profitiert habe, ist die Hintergrundbeleuchtung der Tastatur. Wozu das Licht anmachen, wenn man Tastaturbeleuchtung hat? Mein Vater sagte am ersten Abend zu mir: „Hier sieht es ja auch wie an Weihnachten.“ Ich wusste gar nicht, was er meinte, bis er hinzufügte: „Die Tastatur leuchtet!“

Insgesamt muss ich nach einer Woche Mac-Nutzung sagen, dass ich sehr zufrieden bin. Ich hatte es mir anders vorgestellt. Ich hatte mir gedacht, dass alles irgendwie anders ist, aber ich hatte nicht erwartet, dass es so einfach werden würde. Das Betriebssystem lässt sich wesentlich einfacher über Tastaturbefehle und Mausgesten steuern als Windows. Das ist für mich sehr angenehm, weil das Funktionen sind, die ich bei Windows immer vermisst habe. Überhaupt geht alles schneller (was auch daran liegen könnte, dass ich durch meinen alten PC keine Geschwindigkeit gewohnt bin) und vor allem einfacher.

Es gibt nur eine Kleinigkeit, die ich vermisse. Und das ist die Kontextmenü-Taste auf der Windows-Tastatur. Da ich ein Tastaturmensch bin, fehlt mir diese Taste wirklich sehr. Aber ansonsten kann ich nur sagen: Was war noch mal Windows?

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